Hämatokrit
BlutzellsystemDer Hämatokrit misst den Prozentanteil des Blutvolumens, der von zellulären Bestandteilen eingenommen wird, wobei der grösste Anteil aus roten Blutkörperchen (Erythrozyten) besteht.
Wenn Blut zentrifugiert wird, setzen sich die Blutzellen am Boden ab und bilden eine sichtbare Schicht, die ihren Anteil am Gesamtblutvolumen anzeigt.
Referenzbereich
Weiblich
Quelle: Labor-Benchmark
Männlich
Quelle: Labor-Benchmark
Referenzbereiche können je nach Labor und Testverfahren variieren. Besprechen Sie Ihre Ergebnisse immer mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. · LOINC-Code: 20570-8
Warum das wichtig ist
Ein niedriger Hämatokrit (Anämie) kann Müdigkeit, Schwäche, Atemnot, Schwindel und blasse Haut verursachen, da die Sauerstoffversorgung des Gewebes reduziert ist. Ein hoher Hämatokrit (Polyzythämie) kann das Blut verdicken und das Risiko für Blutgerinnsel, Kopfschmerzen und verschwommenes Sehen erhöhen. Die Hämatokritwerte werden durch die Zufuhr von Eisen, Vitamin B12 und Folsäure, den Flüssigkeitshaushalt sowie chronische Erkrankungen beeinflusst. Die Überwachung hilft, frühe Störungen der roten Blutkörperchen zu erkennen, und unterstützt Massnahmen wie Ernährungsanpassungen oder weiterführende medizinische Abklärungen.
Wie dieser Wert mit anderen zusammenhängt
- Der Hämatokritwert (der prozentuale Anteil der roten Blutkörperchen am Blutvolumen) korreliert in den meisten Fällen mit dem Hämoglobinwert; größere Abweichungen deuten auf Anomalien des Erythrozytenindex oder Messfehler hin.
- Ein erhöhter Hämatokritwert bei normalem Hämoglobinwert kann lediglich auf Dehydratation hinweisen; ein anhaltender Anstieg in Verbindung mit einem Hämoglobinanstieg spricht für eine Polyglobulie (der Körper produziert zu viele rote Blutkörperchen – primär oder sekundär aufgrund von Sauerstoffmangel oder EPO-Überschuss).
- Ein niedriger Hämatokritwert in Kombination mit niedrigem Hämoglobinwert und kleinen roten Blutkörperchen (niedriges MCV) spricht für eine Eisenmangelanämie; bei großen roten Blutkörperchen (hohes MCV) spricht er für einen Vitamin-B12- oder Folsäuremangel.
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