LH/FSH-Verhältnis
HormoneAuch bekannt als: LH/FSH, LH FSH Quotient
Das LH/FSH-Verhältnis vergleicht die Werte des luteinisierenden Hormons mit dem follikelstimulierenden Hormon, die beide von der Hirnanhangsdrüse produziert werden.
Während FSH die Entwicklung der Eizellfollikel in den Eierstöcken anregt, löst LH den Eisprung aus und unterstützt die Progesteronproduktion. Das Verhältnis zwischen diesen Hormonen liefert entscheidende Einblicke in die Eierstockfunktion und Fortpflanzungsgesundheit, die keines der Hormone allein offenbaren kann.
Warum das wichtig ist
Das LH/FSH-Verhältnis ist ein aussagekräftiges Diagnoseinstrument für reproduktive Störungen bei Frauen. Ein Verhältnis über 2,0 weist oft auf das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) hin, wobei überschüssiges LH den normalen Eisprung stört und unregelmäßige Perioden, Unfruchtbarkeit, übermäßige Körperbehaarung und Akne verursachen kann. Ein sehr niedriges Verhältnis kann auf eine verminderte ovarielle Reserve, eine schlechte Eizellenqualität oder eine bevorstehende Menopause hindeuten. Das Verhältnis ändert sich natürlich während des gesamten Menstruationszyklus; es beträgt etwa 1:1 während der Follikelphase, steigt aber während des Eisprungs stark an.
Faktoren wie extremer Stress, erhebliche Gewichtsveränderungen und übermäßige körperliche Anstrengung können dieses Gleichgewicht verändern.
Wie dieser Wert mit anderen zusammenhängt
- Ein LH/FSH-Verhältnis > 2 in der frühen Follikelphase (Zyklustag 2–5) deutet auf PCOS (polyzystisches Ovarsyndrom) hin, insbesondere in Kombination mit einem erhöhten Freien Androgenindex (FAI), niedrigem Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) und erhöhtem HOMA-Index.
- In der Menopause steigen sowohl Luteinisierendes Hormon (Lutropin) als auch FSH, Follitropin an, aber FSH steigt stärker, was das Verhältnis senkt.
- Bei Versagen von Gehirn/Hypophyse (hypogonadotroper Hypogonadismus) sind beide Gonadotropine niedrig — das Verhältnis scheint erhalten zu sein, aber die absoluten Werte weisen auf die Diagnose hin.
Wie häufig sollte ich LH/FSH-Verhältnis testen lassen?
Das LH/FSH-Verhältnis wird zusammen mit LH und FSH neu bewertet, bei prämenopausalen Frauen typischerweise an Tag 2 bis 5 des Zyklus, bei postmenopausalen Frauen und Männern jährlich.
Routine / Vorsorge: Einmal alle 12 Monate ab dem 35. Lebensjahr, bei prämenopausalen Frauen unter Angabe der Zyklusphase (für den Basiswert typischerweise an Tag 2 bis 5 eines 28-tägigen Zyklus abgenommen). Häufiger während der Perimenopause.
Während einer Intervention oder Veränderung: Testen Sie 6 bis 12 Wochen nach Beginn oder Anpassung einer Hormontherapie (Hormonersatztherapie, orale Kontrazeptiva, Fruchtbarkeitsmedikation) erneut. Die Zyklusphase ist ebenso wichtig wie der Rhythmus, gleichen Sie daher den Zyklustag zwischen den Blutentnahmen für einen sinnvollen Vergleich ab. In der Perimenopause ist mit erheblichen Schwankungen von Zyklus zu Zyklus zu rechnen, die sich erst nach gesicherter Menopause beruhigen.
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