Kann ein Ganzkörper-MRI Krebs früh erkennen?
Ja, bei vielen Krebsarten, aber nicht bei allen. Ein Ganzkörper-MRI ist eine strahlenfreie Untersuchung Ihres Körpers vom Kopf bis zu den Oberschenkeln in einer Sitzung. In einer Studie mit mehr als 2'000 Menschen ohne Beschwerden, die sich für ein Ganzkörper-MRI entschieden hatten, wurde bei etwa 1 von 100 Personen Krebs festgestellt, meist in einem frühen Stadium. Kombiniert mit erweiterten Bluttests und KI-Analyse bietet es einen der umfassendsten verfügbaren Früherkennungsansätze.
Wo es gut funktioniert
- Gehirn und Wirbelsäule: Das MRI ist die Standarduntersuchung für Hirntumoren.
- Nieren, Leber, Milz und Nebennieren: Solide Raumforderungen heben sich meist deutlich ab, auch bevor sie Beschwerden verursachen. Manche brauchen eine Kontrolluntersuchung mit Kontrastmittel, um sie einzuordnen.
- Becken: Raumforderungen von Blase, Gebärmutter und Eierstöcken. Mit der speziellen Prostata- oder Endometrium-Sequenz (in Ganzkörper-MRI Advanced und Pro oder als Add-on) sucht es auch nach Prostatakrebs und Gebärmutterschleimhautkrebs.
- Knochen und Lymphknoten: Die Diffusionsbildgebung hilft, Tumoren im Knochenmark und vergrösserte Lymphknoten zu erkennen.
Wo es an Grenzen stösst
- Bauchspeicheldrüse: Zysten und grössere Raumforderungen sind sichtbar, sehr kleine Tumoren können aber übersehen werden.
- Lunge: Kleine Knoten sind in einem Niedrigdosis-CT besser zu sehen, der empfohlenen Untersuchung für langjährige starke Raucherinnen und Raucher.
- Schilddrüse: Kleine Knoten lassen sich mit Ultraschall besser beurteilen.
- Magen und Darm: Frühe Tumoren und Polypen sind meist nicht sichtbar. Eine Darmkrebsvorsorge bleibt deshalb nötig.
- Brust: Das Ganzkörper-MRI ist keine Brustuntersuchung. Dafür gibt es die Mammografie oder unser Mamma-MRI-Add-on.
- Hautkrebs und Leukämie sind im MRI nicht erkennbar.
Was Sie erwartet
Unser Scan folgt den internationalen ONCO-RADS-Empfehlungen für das Ganzkörper-MRI, die ohne Kontrastmittel auskommen. Jeder Befund wird auf der ONCO-RADS-Skala von 1 bis 5 eingestuft, und unsere Ärztinnen und Ärzte erklären Ihnen, was er bedeutet. In der oben genannten Studie hatten etwa 96 von 100 Personen keinen Befund, der weitere Untersuchungen nötig machte. Manche brauchen eine Kontrolluntersuchung oder einen weiteren Test, und viele dieser Befunde erweisen sich als harmlos. Ein unauffälliges Ergebnis ist beruhigend, schliesst aber nicht aus, dass sich später Krebs entwickelt. Die Untersuchung ersetzt auch nicht die Vorsorge, die Ihre Ärztin oder Ihr Arzt empfiehlt, etwa Mammografie, Darmkrebsvorsorge oder Gebärmutterhalsabstrich.
Erwähnt in Artikeln
Related questions
Noch Fragen?
Unser Team hilft Ihnen gerne. Buchen Sie ein kostenloses Beratungsgespräch oder senden Sie uns eine Nachricht.