Skip to content
Ihre Gesundheit, Jahr für Jahr besser

FIB-4-Rechner

FIB-4 schätzt ab, wie wahrscheinlich es ist, dass Ihre Leber bereits fortgeschritten vernarbt ist. Der Wert liest vier Angaben, die Sie vielleicht schon auf einem Blutbefund haben: Ihr Alter, zwei Leberenzyme und Ihre Thrombozytenzahl.

Berechnen Sie Ihren FIB-4-Wert

Jahre
U/L
U/L

Beide Enzyme stehen auf jedem Leberpanel, in Einheiten pro Liter. Auf Schweizer Befunden heissen sie ASAT und ALAT, manchmal auch GOT und GPT.

G/L

In G/L, so schreiben Schweizer Labore Milliarden pro Liter. Ein normaler Wert liegt etwa zwischen 150 und 400. Ein Befund in Tausend pro Mikroliter meint dasselbe: 250'000 pro Mikroliter sind 250 G/L.

FIB-4 teilt Erwachsene mit einem möglichen chronischen Leberleiden in jene ein, die genauer abgeklärt werden sollten, und jene, die es nicht müssen. Er gilt nicht während einer akuten Hepatitis und nicht, wenn Ihre Thrombozytenzahl aus einem eigenen Grund erhöht oder erniedrigt ist.

Füllen Sie die vier Felder aus und Ihr FIB-4-Wert erscheint hier.

Die Berechnung läuft in Ihrem Browser, nichts von dem, was Sie eingeben, wird an uns gesendet oder gespeichert. FIB-4 entscheidet, wer weiter abgeklärt werden sollte. Er misst Ihre Leber nicht.

Der Wert

Was FIB-4 ist

FIB-4 ist ein Fibrose-Index: vier Routinewerte, zu einer Zahl verrechnet, die abschätzt, wie wahrscheinlich eine fortgeschrittene Vernarbung der Leber ist. Veröffentlicht wurde er 2006 für Menschen mit HIV und Hepatitis C und seither weit darüber hinaus geprüft, auch bei der Fett­lebererkrankung, die heute die häufigste Anwendung ist.

Die Formel passt auf eine Zeile: Ihr Alter mal Ihr ASAT, geteilt durch Ihre Thrombozytenzahl mal die Wurzel aus Ihrem ALAT. Nichts daran ist an eine Bevölkerung angepasst. Anders als bei einem Herz-Kreislauf-Risikomodell gibt es also keine Länderkalibrierung und keine Schweizer Version der Zahl.

Seine Stärke ist die negative, im nützlichen Sinn. Ein tiefer Wert schliesst eine fortgeschrittene Fibrose gut aus, und deshalb stellen die europäischen Leitlinien zur Fett­lebererkrankung FIB-4 an den Anfang: Er kostet nichts über eine ohnehin gemachte Blutentnahme hinaus, und nur wer nicht tief liegt, geht weiter zur Bildgebung.

Was er liest

Die vier Angaben, die der Wert braucht

Jede Angabe steht auf einem gewöhnlichen Blutbefund. Drei der vier bewegen den Wert so, wie man es erwartet. Die vierte, die Thrombozyten, halten die wenigsten überhaupt für einen Leberwert.

Alter

Das Alter multipliziert das Ergebnis direkt. Eine 70-jährige und eine 40-jährige Person mit identischen Blutwerten erhalten deshalb nicht dieselbe Zahl. Aus demselben Grund steigt der untere Grenzwert ab 65, und ein tiefer Wert vor 35 sagt weniger aus, als er scheint.

ASAT

Aspartat-Aminotransferase, auf Schweizer Befunden ASAT oder GOT. Sie steigt, wenn Leberzellen geschädigt werden, und sie multipliziert den Wert: ein höheres ASAT hebt ihn an. Leber­spezifisch ist sie nicht, auch Muskulatur setzt sie frei, harter Sport in den Tagen vor der Blutentnahme kann sie also anheben.

ALAT

Alanin-Aminotransferase, auf dem Befund ALAT oder GPT. Leber­spezifischer als ASAT, und sie teilt den Wert über eine Wurzel: ein höheres ALAT senkt ihn also. Das wirkt verkehrt, bis man sieht, was das Paar misst: Mit fortschreitender Fibrose steigt ASAT im Verhältnis zu ALAT.

Thrombozytenzahl

Die Zahl sinkt, je weiter die Vernarbung fortschreitet, denn eine steifer werdende Leber erhöht den Druck in der Pfortader und die Milz hält mehr Thrombozyten zurück. Sie teilt den Wert, eine tiefere Zahl hebt ihn also an, und sie trägt mehr Signal als jedes der beiden Enzyme.

Was in Ihrem Alter als tiefer Wert gilt

Das Alter steht im Zähler, dieselbe Leber ergibt also mit jedem Jahr einen höheren FIB-4-Wert. Eine 70-jährige Person mit einem ASAT von 30, einem ALAT von 35 und 250 Thrombozyten kommt auf 1.42: ab 65 ist das tief, darunter unklar. Nur der untere Grenzwert verschiebt sich, denn er ist derjenige, der ausschliesst.

Was in Ihrem Alter als tiefer Wert gilt
AlterTiefUnklarHoch
unter 65unter 1.301.30 bis 2.67über 2.67
65 und älterunter 2.002.00 bis 2.67über 2.67

Der obere Grenzwert bleibt in beiden Altersgruppen bei 2.67. Würde man ab 65 weiterhin 1.30 anwenden, gingen sehr viele Menschen mit gesunder Leber zur Bildgebung. Genau dafür gibt es den altersangepassten unteren Grenzwert.

Für wen der Wert gilt

FIB-4 wurde gebaut, um Erwachsene einzuordnen, die einen Anlass haben, nach einer Vernarbung der Leber zu fragen. Ausserhalb dieser Situation beantwortet er eine Frage, die niemand gestellt hat, und mehrere häufige Umstände verschieben ihn aus Gründen, die mit der Leber nichts zu tun haben.

Er gilt, wenn

  • Sie erwachsen sind und ein aktuelles Leberpanel sowie ein aktuelles Blutbild haben
  • Sie einen Anlass haben: Fettleber im Ultraschall, erhöhte Leberwerte, Typ-2-Diabetes, Übergewicht oder regelmässiger Alkoholkonsum
  • Ihre Enzyme auf ihrem üblichen Niveau liegen und nicht gerade in einem Schub sind

Er gilt nicht, wenn

  • Sie eine akute Hepatitis haben oder eine Erkrankung, die Ihre Enzyme in den dreistelligen Bereich getrieben hat: Der Wert liest chronische, stabile Zahlen
  • Ihre Thrombozytenzahl aus einem eigenen Grund erhöht oder erniedrigt ist, etwa durch eine Bluterkrankung, einen kürzlichen Infekt oder ein Medikament
  • Bei Ihnen bereits eine Zirrhose festgestellt wurde: Die Frage, die FIB-4 stellt, ist dann beantwortet
  • Sie schwanger sind oder unter 18

FIB-4 sagt auch nichts über die Ursache. Alkohol, metabolische Fett­lebererkrankung, Virushepatitis und autoimmune Leber­erkrankungen heben denselben Wert an, und was daraus folgt, unterscheidet sich vollständig. Das ist ein Grund, das Resultat mit einer Ärztin oder einem Arzt zu besprechen, und keiner, es zu ignorieren.

Die Einheiten, so wie Schweizer Labore sie angeben

ASAT und ALAT werden in Einheiten pro Liter eingetragen, so gibt sie jedes Schweizer Labor an. Auf Ihrem Befund können sie ASAT und ALAT heissen, nach der internationalen Konvention, oder GOT und GPT, nach der älteren deutschen. Es sind unter beiden Namen dieselben zwei Enzyme.

Bei den Thrombozyten passiert die Verwechslung leicht. Schweizer Befunde schreiben die Zahl in G/L, also Milliarden pro Liter, ein normales Resultat liest sich deshalb als 150 bis 400. Dieselbe Zahl lautet in der amerikanischen Konvention 150'000 bis 400'000 pro Mikroliter. Geben Sie 250 ein, nicht 250'000: Dieser Rechner weist eine Zahl im Tausenderbereich zurück, statt Ihren Wert durch tausend zu teilen und eine beruhigende Zahl auszugeben.

Ein Check-up, vier Werte

Die vier Zahlen stehen selten auf demselben Ausdruck: Die beiden Enzyme stammen aus dem Leberpanel, die Thrombozytenzahl aus dem Blutbild. Beides gehört zu jedem umfassenden Check-up, wenn Sie also kürzlich einen hatten, liegen die Zahlen bereits in Ihrer Akte.

Die Grenzen

Was FIB-4 Ihnen nicht sagen kann

FIB-4 entscheidet gut, wer eine Bildgebung braucht. Er beschreibt schlecht, was in einer einzelnen Leber vor sich geht.

Der mittlere Bereich ist breit

Etwa ein Drittel aller Getesteten landet zwischen den beiden Grenzwerten, wo der Wert nichts bestätigt und nichts ausgeschlossen hat. Das ist kein Fehler der Formel: Genau deshalb koppeln die Leitlinien sie an eine zweite Untersuchung, statt allein auf sie zu bauen.

Das Alter zieht in beide Richtungen

Weil das Alter das Ergebnis multipliziert, überschreitet eine gesunde 70-jährige Person die 1.30 auch mit völlig normalen Enzymen und Thrombozyten. Dafür gibt es den altersangepassten Grenzwert. Unter 35 gilt das Umgekehrte: Der Wert fällt tief aus, fast unabhängig davon, was dahintersteht.

Es ist eine einzige Blutentnahme

Enzyme schwanken von Woche zu Woche, und eine Thrombozytenzahl sinkt nach einem Infekt. Ein einzelner FIB-4 ist eine Momentaufnahme, und ein Wert knapp jenseits eines Grenzwerts lohnt eine Wiederholung, bevor er Sorge lohnt.

Er sucht Vernarbung, nicht Fett oder Entzündung

Eine Leber kann deutlich verfettet oder entzündet sein und trotzdem einen FIB-4 weit unter 1.30 ergeben. Der Wert ist darauf gebaut, die späte strukturelle Veränderung zu bemerken. Ein tiefes Resultat schliesst also eine fortgeschrittene Vernarbung aus und sagt über die früheren Stadien, die dorthin führen, überhaupt nichts.

Eine Messung, oder der Verlauf

FIB-4 schätzt. Wiederholte Panels zeigen.

Eine Ahead Health Mitgliedschaft ist ein Jahr strukturierte Vorsorge: wiederholte Blutpanels mit Leberenzymen, Thrombozyten, Stoffwechsel- und Entzündungs­markern, ein persönlicher Bericht, den Sie wirklich lesen können, und ein Vorsorgeteam, das ihn mit Ihnen durchgeht. Das beantwortet die Frage, die FIB-4 aufwirft und nicht klären kann: wohin sich Ihre eigenen Zahlen bewegen.

Eine Mitgliedschaft ist Vorsorge, keine Behandlung. Sie ersetzt die Betreuung durch Ihre eigene Ärztin oder Ihren eigenen Arzt nicht.

  • Bis zu vier Blut-Check-ups pro Jahr, je über 80 Biomarker
  • Leberenzyme und Thrombozyten im Verlauf verfolgt, nicht einmal gemessen
  • GGT sowie Stoffwechsel- und Entzündungs­marker, die FIB-4 nicht liest
  • Ein persönlicher Bericht und ein Aktionsplan, geprüft von Schweizer Ärztinnen und Ärzten
  • Ein Vorsorgeteam, das Sie zu Ihrem Resultat fragen können

Häufige Fragen

Die vier Werte erheben, dann verfolgen

Ein Blut-Check-up liefert Ihnen das Leberpanel und das Blutbild, die FIB-4 braucht, dazu die Marker, die er nicht liest: GGT, Stoffwechsel­marker, Entzündung und Organfunktion, geprüft von Schweizer Ärztinnen und Ärzten.

Quelle

Sterling RK und Kollegen, Development of a simple noninvasive index to predict significant fibrosis in patients with HIV/HCV coinfection, Hepatology 2006, Band 43, Seiten 1317 bis 1325. Der altersangepasste untere Grenzwert von 2.00 ab 65 folgt McPherson S und Kollegen, Age as a confounding factor for the accurate non-invasive diagnosis of advanced NAFLD fibrosis, American Journal of Gastroenterology 2017, Band 112, Seiten 740 bis 751.

Dieser Rechner liefert allgemeine Gesundheits­informationen und ist keine medizinische Diagnose. Er ersetzt keine ärztliche Beurteilung. Wenn Sie Ihr Resultat beunruhigt oder wenn Sie Beschwerden haben, sprechen Sie mit einer Ärztin oder einem Arzt.